Pressebericht des Kreises Steinfurt vom 16.04.2026
Der geplante Neubau der Kindertageseinrichtung Wildblume in Nordwalde wird nicht umgesetzt. Das haben der Jugend- und Familiendienst Rheine e.V. (JFD) als Träger, die Gemeindeverwaltung und das Kreisjugendamt Steinfurt
gemeinsam entschieden. Der Betrieb des bisher provisorisch eingerichteten zweigruppigen Standortes der Kita im
alten Bettenhaus an der Grevener Straße wird zum 31. Juli eingestellt.
Der Grund dafür sind rückläufige Geburtenzahlen, verbunden mit sinkenden Anmeldezahlen für die Kindertageseinrichtungen in der Gemeinde Nordwalde.
Roswitha Reckels, Sozialdezernentin des Kreises Steinfurt, betont, dass die Betreuung aller betroffenen Kinder weiterhin sichergestellt ist: "Sie wird von den übrigen Einrichtungen in Nordwalde gewährleistet und ist mit dem jeweils gewünschten Betreuungsumfang möglich", so die wichtige Botschaft an alle Eltern.
Oberstes Ziel sei es, den Eltern und Kindern Planungssicherheit zu geben. "Wir werden mit dem Träger zusammen einen sanften Übergangsprozess erarbeiten, um sicherzustellen, dass jedes Kind gut in einer der sieben Bestandseinrichtungen ankommt", versichert Reckels.
Am Dienstag, 21. April, findet ein Elternabend statt, auf dem alle Eltern die Möglichkeit haben, ihre individuellen Fragen an den Träger, die Gemeinde Nordwalde und das Kreisjugendamt zu richten.
Die aktuellen Zahlen für das kommende Kita-Jahr 2026/27 in Nordwalde zeigen, dass weniger Eltern ihr Kind für einen Platz in der Kindertagesbetreuung angemeldet haben, als ursprünglich erwartet. So liegt beispielsweise die Anmeldequote für zweijährige Kinder bei 85,7 Prozent. Zum Kita-Jahr 2025/26 lag diese noch bei 97,0 Prozent. Bei den unter zweijährigen Kindern ist die Anmeldequote von 35,9 Prozent in 2025/26 auf nunmehr 31,0 Prozent gesunken. Aufgrund dieser Entwicklung ergeben sich schon für das Kita-Jahr 2026/2027 freie Plätze. Die nun erstellten Prognosen für die Bedarfe ab dem Kindergartenjahr 2027/28 weisen darüber hinaus weiter rückläufige Geburtenzahlen aus.
"Angesichts der demografischen Entwicklung ist es unsere Aufgabe, die Bedarfsplanung der Kitas entsprechend anzupassen und gleichzeitig eine dauerhaft hochwertige und bedarfsgerechte Betreuung sicherzustellen. Mit Blick auf die finanzielle Verantwortung der kommunalen Haushalte lässt sich die Umsetzung des Neubauvorhabens der Kita Wildblume nicht mehr rechtfertigen", erklärt Kreisjugendamtsleiter Mike Hüsing die gemeinsame Entscheidung von Kreis, Stadt und Träger. Er verweist auf einen Beschluss des Kreistags vom 7. Juli 2025, der das Kreisjugendamt mit einer kritischen Prüfung auf Notwendigkeit aller Neubauvorhaben von Kindertageseinrichtungen beauftragt hat.
"Der Jugend- und Familiendienst Rheine e.V. ist seit vielen Jahren ein verlässlicher und engagierter Partner und leistet hier in Nordwalde, insbesondere im Sinne der Kinder, eine sehr gute Arbeit. Daher bedauern wir die Notwendigkeit, den Neubau der Kita Wildblume nicht weiterzuverfolgen, sehr. Dennoch müssen wir die aktuellen Entwicklungen berücksichtigen und verantwortungsbewusst handeln. Das bedeutet eben auch, Entscheidungen anzupassen, wenn sich die Rahmenbedingungen verändern.
Für die geleistete Arbeit, die konstruktive und engagierte Zusammenarbeit danke ich der Kita Wildblume sehr. Dem JFD als Träger gilt auch mein Dank, dass er nach der intensiven Planung und jahrelangen provisorischen Kita-Arbeit diesen Schritt dennoch mitträgt", erläutert Bürgermeister Oliver Hordt. "Als Träger der Kita Wichernwald wird uns der JFD erfreulicherweise erhalten bleiben", ergänzt er.
"Das Team der Kita Wildblume hat in den letzten Jahren wertvolle Arbeit geleistet und – trotz der räumlichen Übergangslösung – eine gute Betreuungsumgebung für die Kinder ermöglicht", erklären die Vorständin des Jugend- und Familiendienstes e.V., Birgitt Overesch, sowie die Fachbereichsleitung, Nicole Hegemann. "Daher bedauern wir die jetzt getroffene Entscheidung sehr und versichern den Familien, dass ihre Kinder weiterhin gut bei uns aufgehoben sind und wir sie während des Übergangs bestmöglich begleiten werden. Für unsere Kolleginnen der Kita Wildblume prüfen wir bereits jetzt konkrete und verlässliche Arbeitsmöglichkeiten innerhalb unseres Trägers. Ziel ist es, deren fachliche Kompetenz und Erfahrung weiterhin für Kinder und ihre Familien zu erhalten. Wir danken unserem Team und den Familien für ihr entgegengebrachtes Vertrauen. Weiterhin werden wir als Träger des Familienzentrums Wichernwald in der Gemeinde Nordwalde tätig bleiben", versichern Overesch und Hegemann.
